Kürzlich war ich in Frankfurt bei einer Kundenveranstaltung von Igel Technology zu Gast. Und das war interessant.
Fragt man die Igel-Führung nach Zahlen zum Wachstum von Umsatz oder Belegschaft, dann rollt sich der Igel zusammen und stellt seine Stacheln auf – kein Kommentar. Immerhin war zu erfahren: Der Mitarbeiterstamm legte letztes Jahr aufgrund internationaler Expansion um mehr als 25 Prozent zu, der Umsatz sogar noch stärker.
Diese Entwicklung soll sich, geht es nach CEO Klaus Oestermann, dieses Jahr fortsetzen, zieht es den Hersteller doch nach Erfolgen in Europa und den USA nun auch nach Fernost – und dies laut dem CEO „organisch finanziert“, also ohne zusätzliche Finanzspritze des Investors TA Associates.
Hier fragt sich manch alter IT-Hase: „Igel? Ein deutscher Thin-Client-Hersteller will weltweit neue Habitate erobern?“ In der Tat ist die Rede vom Bremer Anbieter, der sich einst als Thin-Client-(TC-)Lokalmatador gegen Größen wie HP und Dell behauptete. Allerdings haben die Bremer bereits Ende 2022 verkündet, keine TCs mehr zu produzieren, sondern Hardware von Partnern wie HP, Lenovo und LG zu nutzen.
Denn sie hatten erkannt: Die eigene Stärke liegt im angriffsresistenten, weil stark abschottbaren Linux-Betriebssystem Igel OS samt zentraler Verwaltung per zugehöriger Universal Management Suite (UMS).
Seither arbeitete das Unternehmen, ab 2023 unter der Führung des in den USA lebenden Dänen Oestermann, am Schwenk zum Anbieter einer, so Igel, „Adaptive Secure Endpoint Platform“. Diese soll die zentral gesteuerte Endpoint-Verwaltung vereinfachen und nicht zuletzt vor Ransomware-Angriffen schützen, sind letztere doch heute eine Landplage wie die Kaninchen in Australien.
Hier haben die Bremer ein paar spannende Kniffe in ihrer Trickkiste. Ich habe für die Computerwoche das Wichtigste zusammengefasst. TL;DR: Igel verschafft den Unternehmen mit seiner Plattform und schneller Rückkehr zum Normalbetrieb im Angriffsfall einen wichtigen Zeitgewinn im ewigen Kaninchen-und-Igel-Rennen mit den Cyberkriminellen.
Der Artikel über Igel und die bösen Cyberkaninchen findet sich hier.
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Bild: Igel Technology/Wolfgang Traub/Montage Dr. Wilhelm Greiner