Ob KI-Agenten, digitale Zwillinge oder Monitoring von Just-in-Time-Lieferketten: Stets braucht man Daten, Daten, Daten, oft über Unternehmensgrenzen hinweg. Ein Data Space (Datenraum) dient dazu, Daten für Konzernstrukturen, Lieferketten, Partner oder ganze Branchen nutzbar zu machen. Ein interessantes neues Angebot kommt aus Österreich.
In grauer digitaler Vorzeit führten Unternehmen Datenbanken zu Data Warehouses zusammen, um in diesen Datenlagerhallen verborgene Schätze aufzuspüren. Später flossen mit ähnlichem Ziel strukturierte wie auch unstrukturierte Daten aus unterschiedlichsten Quellen in einen ebenfalls zentralen Data Lake. Beides war mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden.
Heute sollen Datenräume als dezentrale Plattformen für Datenaustausch und kollaborative Datennutzung eine Alternative liefern. Jeder Teilnehmer kann anderen Teilnehmern Datenbestände anbieten, geschützt durch Authentifizierungs- und Autorisierungskonzepte sowie sichere Kommunikationsprotokolle, bestenfalls nach Zero-Trust-Prinzipien. Die Datenhoheit verbleibt beim einzelnen Teilnehmer. Zugleich entfällt zumindest im Idealfall der Aufwand für Datenreplikationen an ein zentrales Repository.
Mit Gaia-X fördert die EU die Verbreitung solcher Datenräume. Gemeinsame Datennutzung und innovative Datenservices sollen die EU-Wirtschaft stärken und der Marktdominanz einschlägiger Cloud-Größen eine europäische Antwort entgegensetzen.
Doch die Datenräume kommen nicht so recht zum Fliegen. Was die Datenraumfahrt ausbremst, sind laut Fachleuten vor allem komplexe Technik, mangelnde Interoperabilität und hohe Integrationskosten.
Nun will Cancom Austria im Zusammenarbeit mit HPE dem träge dümpelnden europäischen Datenraumschiff zum Warp-Antrieb verhelfen: Die Österreicher bieten Data Spaces als Managed Service auf der Basis einer HPE-Referenzarchitektur für föderierte Open-Source-Ökosysteme.
Laut den Datenastronauten aus Austria erleichtert es der hauseigene integrierte Technik-Stack den Crews von Unternehmen und Behörden, Datenräume zu etablieren oder an bestehende anzudocken. Datenräume bereitzustellen sei damit so einfach, wie eine Cloud-Plattform zu nutzen. Betreiben lässt sich der Stack im Rechenzentrum der jeweiligen Datenraumfahrers, als private Instanz in einem Cancom-Rechenzentrum oder eben in der Cloud.
Konfigurieren, überwachen und steuern, so betont Cancom, ließen sich solche Datenräume dezentral und unter alleiniger Kontrolle der jeweiligen Teilnehmer. Zudem könne das eigene Datenraumschiff – im Gegensatz zu vielen bisherigen Modellen – darauf verzichten, Datenbestände zwischen Teilnehmern hin- und herzubeamen.
Vielmehr nutze man eine Service-Mesh-Architektur mit Direktkommunikation zwischen beteiligten Systemen, geschützt durch Zero-Trust-Verfahren, um involvierte Identitäten gegenseitig zu authentifizieren und kontinuierlich zu attestieren. Datenübertragungen mit automatischer Überwachung und Protokollierung seien aber ebenfalls möglich.

Die Austro-Astronauten bieten laut eigenen Angaben alles vom Discovery-Workshop über Services für das Onboarding und die Anbindung der Datenquellen bis hin zum laufenden Betrieb des Stacks als Managed Service. Das Angebot ermögliche über Domänen hinweg z.B. den sicheren Zugriff auf Daten für das Training von KI-Agenten, die Rückverfolgbarkeit in Lieferketten, um regulatorische Vorgaben einzuhalten, oder auch die Monetarisierung von Daten mittels standardisierter Zugriffsmechanismen.
Anders formuliert: Der Datenraum – unendliche Weiten. Das Raumschiff Hewlett Packard Enterprise ist mit seiner Cancom-Besatzung auf einer Mission, um fremde neue Datenwelten zu erkunden und es Unternehmen zu erleichtern, verteilte Datenbestände sicher bereitzustellen. Faszinierend. Mal sehen, wohin die Reise führt.
Weitere Infos gibt es hier.
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Titelbild: Dr. Wilhelm Greiner
Bild im Text: Hewlett Packard Enterprise
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